Beyond the Troubles at Raum5, Berlin, Germany.

Victor Sloan
- Highland Garvon Horses
Presented by Tanya (1994)
Der Friedensprozess in Nordirland hat bislang zu
keinem gesicherten Frieden geführt, blieb jedoch nicht ohne
Auswirkungen auf die Praxis (nord)irischer Künstler, deren Arbeiten
ohnehin schon lange über die sog. "Troubles" hinausweisen.
raum5 zeigt neue Arbeiten von drei Künstlern, die
sich bereits weit über (Nord)Irland hinaus einen Namen gemacht haben.
Victor
Sloan
(geb. in Dungannon, lebt in Portadown, Co. Armagh, Nordirland) lenkt
mit seinen im Jahre 2000 entstandenen Fotos der „Portadown-Serie“,
die an Gemälde abstrakter Expressionisten erinnern, den
Betrachterblick auf Details, auf die Spuren der gewaltsamen
Auseinandersetzungen, die seinen Wohnort Portadown in den
vergangenen Jahren einmal jährlich weltweit in die Schlagzeilen
geraten ließen. Indem er das Spektakel ignoriert und sich auf dessen
Residuen konzentriert, schafft er eine gewisse Distanz zu den realen
Ereignissen in Portadown, zwingt die Betrachter, genau hinzusehen,
Übersehenes, Marginales wahrzunehmen.
In seinem 28minütigen Videofilm „walk“ finden sich
die Mitglieder des protestantischen Oranierordens gespiegelt, sie
marschieren und spazieren in Zeitlupentempo aufeinander zu, nur um
auf einer Mittelachse zu verschmelzen, sich in den Himmel zu
verflüchtigen.
Micky
Donnelly
(geb.
in Belfast, lebt in Mountemellick, Co.Laois, Irland) hat schon immer
Archetypen und Ikonen aus Natur wie aus Kultur ins Bild gerückt, um
deren Ambiguität und Mehrfachkodierung hervor zu heben. In seinen
jüngsten kleinformatigen Gemälden spielt er mit organischen Formen
sowie mit zufälligen, etwa aus Rorschach-Tests bekannten Elementen
und verweist auf Muster des Wachstums wie des Verfalls, auf Zufall
und Struktur, Symmetrie und Asymmetrie, Oberfläche und Tiefe.
John
Byrne
(geb. in Belfast, lebt in Dublin) hat im vergangenen Jahr in Dublin,
Belfast und Cork für einen Videofilm Passanten auf der Straße,
Oraniern während ihres Marsches, Anhängern des gälischen Fußballs,
Immigranten sowie auch dem irischen Premier Bertie Ahern die Frage
gestellt: „Would you die for Ireland?“ Die unterschiedlichen
Antworten fügen sich zu einer absurden Debatte einer in einen
nationalistischen Diskurs eingebetteten Fragestellung.
In Irland ist dieser Diskurs noch immer einer der
noch nicht vollendeten Einheit des Landes. Zur Ausstellung erscheint
jeweils eine Edition von Victor Sloan und John Byrne.
Quelle: Die Veranstalter
Datum:
21. Januar bis 19. Februar 2005
Öffnungszeiten:
Mi – Fr von 14 – 19 Uhr Sa von 13 – 17 Uhr
Ort:
raum5 Galerie, Robert Dämmig, Torstraße 173, 10115 Berlin
Tel: 030 939 58 748,
info@raum5-berlin.de
www.raum5-berlin.de
www.artscouncil-ni.org

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